Dienstag, 12. Juli 2022

AMSEL (Strähnchen und der Killer Band 1)

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Amsel (Strähnchen und der Killer | Band 1)
von Georg Bruckmann

Selfpublishing
erhältlich bei amazon
E-Book | gebundene Ausgabe | Taschenbuch

Vielen Dank an den Autor Georg Bruckmann für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


Zum Inhalt (Quelle: Autor):
 
Ermittler. Saboteur. Spion. Mörder.
Seine Feinde würden wohl entweder das Wort Krimineller oder Verräter benutzen, um ihn zu beschreiben. Je nachdem, auf welcher Seite des Gesetzes sie sich befinden.
Der zwielichtige Problemlöser Robert Capou wird engagiert, um einen verschwundenen Enthüllungsjournalisten zu finden. Schnell wird Capou klar, dass er sich mit einem äußerst gefährlichen Gegner angelegt hat, der bereit ist, alles zu tun, damit seine Verbrechen niemals ans Licht kommen.
Während sich Capou mit menschlichen Abgründen und einem Schatten aus seiner dunklen Vergangenheit konfrontiert sieht, hat die junge Elli alles satt. Die Schule, die suchtkranke Mutter - einfach alles. Ein traumatischer Übergriff treibt das eigenwillige Mädchen dazu, seinem Zuhause ein für allemal den Rücken zu kehren. Elli begibt sich auf einen gefährlichen Pfad, von dem eine Rückkehr nahezu unmöglich ist.


Elli und Capou - bis auf einen zufälligen Zusammenstoß verbindet diese beiden Menschen, diese beiden Welten rein gar nichts. Aber das wird sich noch auf dramatische Art und Weise ändern!

Meine Meinung:
Das Cover zu "Amsel" passt zum Titel und es deutet auch optisch auf einen Thriller hin. Mir gefällt es ganz gut, wenngleich es auch nicht besonders aus der Thriller-Cover-Landschaft hervortritt.
Dass die Amsel auch mit der Geschichte Robert Capous zu tun hat, erfährt man im Laufe des Romans. 

Die Geschichte um Capou und Elli, welche in diesem ersten Band einer Reihe noch nebeneinander her verläuft, baut sich langsam auf, hat aber mich aber von Beginn an in den Bann gezogen. Beide Teile des Romans haben von Anfang an Spannungsanteile, die sich gerade vor Kapitelende so aufbauen, dass ich als Leserin, immer das Bedürfnis hatte weiter zu lesen. Die Kapitel haben eine angenehme Länge. Auch der Roman ist kurzweilig und kann rasch gelesen werden.

Der Schreibstil ist unkompliziert und direkt. Ich konnte mich immer gut in die einzelnen Figuren und "Szenen" hineindenken und mitfühlen.
Mein Lesefluss und die Spannung wurde durch die Kapitellänge, die Cliffhanger am Ende der Kapitel und die Abwechslung der Schauplätze positiv beeinflusst. Hier steht Georg Bruckmann bekannteren Thriller-Autoren in nichts nach.
Das Ende wurde mir allerdings zu schnell abgehandelt, hier gibt es einen kleinen Punkteabzug, da ich vom Rest der Story mit mehr detailtreue verwöhnt war.

Die Emotionen der Hauptfiguren sind einem Thriller gemäß gut rübergebracht worden. Man lernt die Figuren nach und nach kennen und erfährt auch einiges aus ihrer Vergangenheit, hierdurch bekommt man einen guten Bezug zu den Protagonisten. Die Grundstimmung ist relativ düster, so wie man es für einen Thriller auch erwartet, jedoch nicht so extrem, dass sich diese Stimmung auf mich als Leserin übertragen hat. 

Mich hat der erste Band der Strähnchen und der Killer - Reihe neugierig auf mehr gemacht. Die Hauptfiguren sind mir schon jetzt ans Herz gewachsen und ich muss unbedingt wissen, wie es weiter geht.


Cover und Illustration              
3 / 5
Story  
4 / 5
Aufbau und Schreibstil 
3 / 5
Spannung und Lesefluss
5 / 5
Hauptfigur /-en
5 / 5
Emotionen  und Stimmung
4 / 5





Sonntag, 1. Mai 2022

Die Psychologin

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"Die Psychologin"
von Helene Flood

Übersetzt von Ursel Allenstein

erschienen im btb Verlag
in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
am 11.04.2022

Paperback
384 Seiten
16,00 €
auch erhältlich als:
E-Book | Hörbuch

ISBN: 978-3-442-75897-5

(Stand: 01.05.2022)

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Zum Inhalt (Quelle: Verlag):
Die 30-jährige Psychologin Sara behandelt Jugendliche mit familiären Problemen. Sie und ihr chronisch überarbeiteter Mann Sigurd sind vor kurzem in ein Haus mit Blick über Oslo gezogen, dort befindet sich auch Saras Praxis. Als Sigurd zu einer Übernachtung bei Freunden aufbricht, ist das letzte, was sie von ihm hört, eine Nachricht auf ihrer Mailbox, dass er gut angekommen sei. Doch noch am selben Abend ruft Sigurds Freund an und teilt ihr mit: Er war nie dort. Hat Sigurd gelogen? Was ist geschehen? Plötzlich fühlt sich Sara in dem großen Haus mit seinen vielen noch unfertigen Zimmern unwohl. Als die Polizei erscheint und sie befragt, beginnt sie zu ahnen, dass der Schlüssel zu Sigurds Verschwinden in ihrer Erinnerung liegt. 
Je näher sie der Wahrheit kommt, desto schwerer fällt es Sara, die Kontrolle über ihr Leben zu behalten. Verliert sie, die gelernt hat, die Emotionen anderer Personen zu deuten, ihre so wichtige Intuition?
Meine Meinung:
Cover, Titel und Klappentext sprachen mich bei diesem Roman an. Der Schauplatz Norwegen war für mich auch noch reizvoll, da ich längere Zeit keinen skandinavischen Krimi oder Thriller mehr gelesen habe. 

Das Cover bildet das Gesicht einer Frau ab, mit einem auf mich sehr eindrucksvoll wirkenden Blick. Es passt sehr gut zu diesem Roman und spiegelt auch schon ein wenig die Stimmung und Eindrücklichkeit dieses Thrillers wieder.

Die Story war sehr gut ausgetüftelt und allein das Szenario, wenn man sich mal vorstellt es selbst zu erleben, ist schon sehr erschreckend und beängstigend. 
Der Roman ist komplett aus der Sichtweise der Protagonistin Sara geschrieben. Sara selbst hat keinen Einblick in die Ermittlungen, daher hat auch der Leser selbst keine Ahnung, in welche Richtungen die Kriminalbeamten ermitteln und welche Erkenntnisse sich daraus ergeben. Uns bleibt also lediglich Sara und ihre eigenen Gedanken und auch ihre später folgenden eigenen "Ermittlungen".

Die 384 Seiten werden verteilt auf ca. 15 Kapitel, die zumeist einen kompletten Tag beinhalten. Sie sind unterschiedlich lang, für meinen persönlichen Geschmack, manchmal zu lang. Zwischen den Kapiteln bekommt der Leser für ein paar Seiten einen Einblick in die Vergangenheit Saras und Sigurds. 

Der Schreibstil von Helene Flood ist angenehm flüssig. Der Mittelteil des Romans kommt einem jedoch beim Lesen etwas zäh vor. Inhaltlich werden hier jedoch auch wichtige Details erzählt, was einem aber teilweise leider erst zum Ende des Thrillers klar wird.
Insgesamt ist es ein unaufgeregter und ruhiger aber trotzdem spannender Erzählstil. Die Spannung wird nicht durch brutale Details erzielt, sondern vielmehr durch die psychisch belastenden Ereignisse, die Selbstzweifel, das verschwimmen der Erinnerungen und das Unwissen.

Mit Sara bin ich nicht so richtig warm geworden. Insgesamt wirkt sie sehr kühl und kontrolliert. Zum Roman und seiner Grundstimmung passt dies sie aber wirklich gut. 

Wenn man von den kleinen längen im Mittelteil absieht, hat mich "Die Psychologin" wunderbar unterhalten, mit fiebern und mit rätseln lassen. Die kühle, bedrückende Stimmung dieses nordischen (Psycho-) Thrillers zieht sich durch den kompletten Roman. Das Ende hat mich absolut überrascht und begeistert.

Cover und Illustration              
4 / 5
Story  
5 / 5
Aufbau und Schreibstil 
4 / 5
Spannung und Lesefluss
3 / 5
Hauptfigur /-en
4 / 5
Emotionen  und Stimmung
4 / 5

 



Montag, 4. April 2022

Boy meets Girl

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"Boy meets Girl"
von Julia Holbe

erschienen im Pernguin Verlag
der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
21. März 2022

Hardcover
288 Seiten
20,00 €
auch erhältlich als E-Book oder Hörbuch

ISBN: 978-3-328-60180-7

(Stand: 04.04.2022)

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Zum Inhalt (Quelle: Verlag):

»Boy meets Girl« – mit diesem Satz kann alles anfangen, jede mögliche Geschichte nimmt von hier aus ihren Lauf. Auch für Nora verändert eine kurze Begegnung ihr ganzes Leben.

Plötzlich steht sie vor der Erkenntnis, dass sie schon viel zu lange nur eine Besucherin in ihrem eigenen Leben war. Der Schmerz über das Scheitern ihrer Ehe und die wachsende Hilflosigkeit ihres alternden Vaters setzen in ihr endlich den Wunsch zur Veränderung frei.

Als sie Gregory trifft, spürt sie, dass das Leben noch etwas anderes bereithält – und doch fehlt ihr etwas, das sie nicht greifen kann. Dann begegnet sie Yann wieder, einem Freund aus alten Tagen, den sie fast verloren glaubte.

Julia Holbe erzählt von den kleinen Momenten, die ein ganzes Leben verändern, und fängt dabei diesen magischen Augenblick ein, in dem sich Zweifel und Ängste in Hoffnung verwandeln, und etwas Neues beginnt. »Boy meets Girl« ist ein Roman wie ein französischer Film: leichtfüßig, tiefgründig und nachklingend.

Meine Meinung:
Titel und Klappentext haben mich neugierig gemacht. Liebe, Beziehungen und ein Neuanfang, nach ein paar etwas schwermütigeren Romanen, brauchte ich jetzt etwas mehr positive Energie. Das Cover gefällt mir richtig gut. Farben, die Einfachheit und die Abbildung passen perfekt zum Inhalt.

Der Roman wurde komplett aus Sicht der Protagonistin Nora geschrieben. Wir erfahren als Leser*innen daher sehr umfangreich, ihre Gedanken und Gefühle zu den Ereignissen. Nora als Paartherapeutin gerät selbst in ihrer Ehe an einen Punkt, an dem sie sich entscheidet, ebendiese zu beenden. Nachdem ihr Mann Paul sie zum wiederholten Mal betrogen hat.
Mit der Trennung und den Folgen umzugehen, fällt ihr nicht leicht. Obwohl ihr tägliches Brot darin besteht, Paaren bei ihren Beziehungsproblemen zur Seite zur stehen, scheint die Anfang 50-jährige selbst so in die Trennung hinein zu leben. Das Verschwinden ihres Mannes auf eine längere Dienstreise, kommt dann auch gelegen. Insofern muss sie sich auch zunächst den Problemen und den Zukunftsplänen gar nicht stellen.
Stattdessen lernt sie den jüngeren Gregory zufällig bei einem Einkauf kennen. Sie lässt sich recht schnell auf eine Affäre mit ihm ein. Dann begegnet sie Yann, den sie aus ihrer Studienzeit kennt und seit dieser Zeit auch nicht mehr gesehen hat. Beide haben ihr eigenes Leben gelebt. Nun verläuft es wieder parallel.

Die Story um Nora, Gregory und Yann verläuft recht sachte. Man erfährt nach und nach immer mehr Details auch aus der gemeinsamen Vergangenheit von Nora und Yann. 
Lou ist die beste Freundin von Nora und ihre persönliche Beziehungsratgeberin. Mir gefällt diese Nebenfigur sehr gut, da sie eine sehr positive Energie ausstrahlt. 

Die Kapitel sind unterschiedlich von der Länge her, aber nie zu lang. Julia Holbe benutzt relativ häufig die wörtliche Rede. Ich habe das als recht erfrischend und angenehm empfunden; konnte mich immer gut in die Situationen hineinversetzen. Einzelne Szenen werden recht anschaulich und ausschmückend erzählt, wurden aber für mich nie langweilig. Mir hat es Spaß gemacht, so tief in die Szenen einzutauchen. Vor meinem inneren Auge waren die Schauplätze immer deutlich zu sehen. 
"Boy meets Girl" vermittelt mir eine gewisse Ruhe und Gelassenheit; Spannung im herkömmlichen Sinne, sucht man vergebens. Das Buch lebt von seiner Einfachheit und Gelassenheit, und hat dadurch bei mir eine ganz andere Erfahrung von Spannung ausgelöst denn ich wollte trotzdem zu jeder Zeit wissen, wie es weitergeht.

Nora als Protagonistin wirkt Jünger als sie ist. Die Beschreibung der Beziehung zu ihren Eltern und der Umgang mit den Beiden hat für mich einen ehrlichen und authentischen Aspekt reingebracht. Das Älterwerden der eigenen Eltern und auch das einhergehende Verhalten miteinander ist ein Thema, über das man sich sicherlich streiten kann, aber ich glaube auch dies ist so individuell wie wir Menschen, daher kommt mir gerade dieser Part des Romans auch sehr echt rüber.

Was mir etwas gefehlt hat, war der Kontakt von Nora zu ihrer Tochter, die so meint man doch, auch bei einer plötzlichen Trennung der Eltern zumindest eine kleine Rolle einnehmen würde. Franny taucht jedoch erst recht spät aus anderem Anlass auf, und dies auch nur sehr kurz. 

Ich mochte es Noras Gedanken und Erlebnisse zu begleiten. Es geht um Glück im Allgemeinen und in Beziehungen und ob auch eine große Portion Alltag in einer Beziehung glücklich machen kann. Sich selbst kennenzulernen, auszuhalten und auch das alleine sein zu genießen, aber auch aus dem Bauch heraus zu handeln und sich für etwas zu entscheiden, von dem man merkt, dass es einem gut tut.

Das Ende kam dann doch recht kurz und plötzlich. Die Liebe fängt quasi da an, wo das Buch aufhört. So bleibt den Leser*innen genügend Freiraum für eigene Spekulationen.

Wem entscheidungsunfreudige Protagonisten zuwider sind, der sollte die Finger vom Buch lassen.
Von mir eine klare Leseempfehlung für alle die, die mal eine etwas andere Liebes- und Lebensgeschichte mit einer sehr positiven Stimmung und Energie lesen möchten. 


Cover und Illustration              
5 / 5
Story  
4 / 5
Aufbau und Schreibstil 
4 / 5
Spannung und Lesefluss
4 / 5
Hauptfigur /-en
4 / 5
Emotionen  und Stimmung
4 / 5



Dienstag, 29. März 2022

Nachtwanderung

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"Nachtwanderung"
von Cornelia Achenbach
 
erschienen im  Goldmann Verlag
der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
14. März 2022

Hardcover 
288 Seiten
20,00 €
auch erschienen als E-Book
 
ISBN: 978-3-442-31606-9

(Stand: 28.03.2022)

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Zum Inhalt (Quelle: Verlag):
Freundinnen für immer wollten sie sein. Doch die Freundschaft zwischen Ines und Kirsten zerbricht in einer Stunde der Bedrängnis, in der Ines nicht für Kirsten da ist. Die beiden Mädchen sehen sich nicht wieder. Mehr als zwanzig Jahre später ist Ines berufstätige Mutter und vollauf damit beschäftigt, ihren Ansprüchen gerecht zu werden. Als eine Einladung zu einem Klassentreffen lange verdrängte Erinnerungen weckt, muss sie sich eingestehen, wie sehr der Verlust der einst so bewunderten Freundin sie geprägt hat. Auf dem Klassentreffen steht ihr Kirsten plötzlich gegenüber. Doch die Begegnung verläuft anders als erwartet – und stellt alles in Frage. Sind sie wirklich die, die sie glauben zu sein?

Meine Meinung: 
Als ich die Neuerscheinungen des Verlages durchsah sprach mich der Inhalt des Romans "Nachtwanderung" direkt an. Freundinnen der Schulzeit, welche sich aus mysteriösen und, wie sich später herausstellt, tragischen Umständen aus den Augen verloren haben. Jahre später begegnen sie sich bei einem Klassentreffen erneut.
Das Cover zeigt das Gemälde einer Frau und passt, wie ich finde, von der Stimmung her sehr gut zum Roman.
"Nachtwanderung" ist in drei Teile unterteilt. Der erste Teil wird aus der Sicht von Ines erzählt, der zweite aus der Sicht von der damals verschwundenen Kirsten und im letzten Teil treffen sich beide Hauptfiguren nach ca. 20 Jahren auf dem Klassentreffen wieder.

Der Schreibstil wirkte auf mich sehr klar und wenig ausschmückend, oft hatte es etwas von einer Aufzählung und Aneinanderreihung von Fakten und Gedanken. Zeitsprünge und Gedankensprünge haben mich hin und wieder etwas verwirrt. Emotional hat mich das Buch, eventuell auch aufgrund des eher sachlichen Schreibstils nicht so sehr gepackt. Trotzdem lies es sich sehr schnell lesen.

Thematisch fand ich es sehr ansprechend. Wie unterschiedlich die Erinnerungen und die Wahrnehmung der Schulzeit und der letzten gemeinsamen Tage der beiden Hauptfiguren ist und wie sehr das Erlebte  ihre Zukunft geprägt hat ist sehr realistisch dargestellt. Allerdings habe ich  im ersten Teil die starke Ausprägung der Gedanken an Kirsten, in gefühlt jeder Sekunde von Ines Alltag, als eher übertrieben empfunden. Mich hat es gestört, dass Ines in jeder möglichen Minute an Kirsten denkt und deren Verlust betrauert. Da konnte ich mich absolut nicht einfühlen. Auch der Teil von Kirsten verbreitet eher eine depressive Stimmung. Interessant wird dann der letzte Teil wieder, in dem beide Charaktere aufeinandertreffen. Hier werden dann auch beide Sichtweisen zusammengefügt und es ergibt ein stimmiges Ganzes, welches aber nicht weniger tragisch ist. Der Schluss hat mich dann auch wieder mehr abgeholt und ich bin froh über das Ende.

Ganz besonders gefallen hat mir hier die kleine Zeitreise in die Schulzeit der 90er Jahre, denn dort konnte ich mich persönlich auch wiederfinden. 
Wer ebenfalls in den 90er Jahren seine Jugend verlebt hat und einen Roman mit den Themen Vergangenheitsbewältigung und Verlust aber auch Freundschaft und verschiedene Wahrnehmungen und Erinnerungen lesen mag, dem kann ich diesen Roman empfehlen. 
 
Bewertung:
 
Cover und Illustration              
4 / 5
Story  
5 / 5
Aufbau und Schreibstil 
3 / 5
Spannung und Lesefluss
4 / 5
Hauptfigur /-en
2 / 5
Emotionen  und Stimmung
2 / 5

Montag, 28. März 2022

Vom Ende der Einsamkeit

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"Vom Ende der Einsamkeit"
Benedict Wells
 
erschienen im Diogenes Verlag (2018)
Taschenbuch
368 Seiten

ISBN: 978-3-257-24444-1
€ (D) 13.00 / sFr 17.00* / € (A) 13.40 
 
(Stand: 23.03.2022)


Zum Inhalt (Quelle: Verlag):
Jules und seine beiden Geschwister wachsen behütet auf, bis ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Als Erwachsene glauben sie, diesen Schicksalsschlag überwunden zu haben. Doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein.
Ein berührender Roman über das Überwinden von Verlust und Einsamkeit und über die Frage, was in einem Menschen unveränderlich ist. Und vor allem: eine große Liebesgeschichte.
Meine Kurzmeinung:
Benedict Wells und seine Bücher begegnen einem zwangsläufig, wenn man Büchercommunitys, Instagram und Co. auch nur ein wenig verfolgt. Bisher traute ich mich noch nicht an seine Werke. Ich fragte mich ob es mir literarisch zu anspruchsvoll sein könnte oder ich mit dem Schreibstil wirklich zurecht komme. Diese Zweifel waren unberechtigt. 

"Vom Ende der Einsamkeit" ließ sich flüssig und schnell lesen. Trotz der einfachen Sprache ist es philosophisch und tiefgründig, regt zum Nachdenken an. 

Jules und seine Geschwister beim Erwachsenwerden zu begleiten hat mir gefallen, die zum Teil sehr düstere Stimmung und der Pessimismus von Jules allerdings eher weniger. Schicksalsschläge ziehen sich durch das gesamt Buch und es war mir daher auch ein wenig zu viel Dramatik und melancholische Stimmung.
Leider sind mir auch die Hauptfiguren nicht so nah gekommen, dass mich ihr Schicksal beim Lesen sehr berührt hat. 

Ein Buch, welches mich fasziniert hat, zum Nachdenken angeregt hat und welches ich auch gerne zur Hand genommen habe, aber komplett vom Hocker gerissen hat es mich leider nicht. Ich freue mich jedoch darauf mehr vom Autor zu lesen.