Posts mit dem Label E-Books werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label E-Books werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 23. September 2024

Zwei in einem Leben

     -Beitrag enthält Werbung/Produktplatzierungen-


"Zwei in einem Leben" 
von David Nicholls

Übersetzt von Simone Jakob, Anne Marie-Wachs

erschienen im Fischer Krüger Verlag
der S. Fischer Verlagsgruppe

erschienen am 28.08.2024
Hardcover | E-Book | Hörbuch

ISBN: 978-3-8105-0065-6
488 Seiten

Vielen Dank an netgalley.de und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Zum Inhalt (Quelle: Verlag):
Marnie steckt fest. Sie lebt und arbeitet allein in ihrer Londoner Wohnung und kämpft mit der Einsamkeit. Doch mit dem Einigeln soll nun Schluss sein.
Michael ist dabei, sich zu verlieren. Seit seine Ehe gescheitert ist, muss er lernen, als Ein-Mann-Show zu funktionieren. Er fühlt sich noch nicht bereit für die Gesellschaft anderer Menschen. Nur bei langen Spaziergängen findet er Ruhe.
Als eine gemeinsame Freundin und sehr englisches Wetter Marnie und Michael bei einer Wanderung zusammenbringen, merken die beiden trotz aller Strapazen, dass ein erstes Treffen vielleicht auch eine zweite Chance sein kann.
Meine Meinung: 
Optisch erinnert das deutsche Cover von "Zwei in einem Leben" stark an eine frühere Ausgabe von David Nicholls Bestseller und aktuell erneut verfilmtem Roman "Zwei an einem Tag". Inhaltlich sind es aber zwei komplett unabhängige Romane mit nicht vergleichbaren Handlungen.
Das schlichte Cover lässt zunächst keine Rückschlüsse auf die Thematik zu, hier kann der Klappentext mich locken, denn das Thema Wandern weckt meine Neugier.

Nicholls erzählt die Geschichte von Marnie und Michael. Die beiden bringen mit 38 und 42 Jahren schon einige Lebenserfahrung mit, was mir sehr gefallen hat. Der Autor zeichnet ein klares und authentisches Bild der Protagonisten und es fiel mir leicht, in die Geschichte und das Setting einzutauchen. 

Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, mit kurzen Kapitel im Wechsel. Dadurch erfährt der Leser viel über die Gedankenwelt, und erhält einen vielschichtigen Einblick in die Gefühlswelt, beider Protagonisten.
Themen wie gescheiterte Beziehungen, Neuanfänge, Einsamkeit oder fehlende soziale Kontakte während und nach der Pandemie, aber auch Freundschaft und unerfüllter Kinderwunsch werden feinfühlig behandelt. Trotzdem bleibt aber auch der Humor nicht auf der Strecke. 

Nicholls schafft es die Balance zwischen den Herausforderungen der Wanderung und den emotionalen Hürden, denen die Protagonisten begegnen zu halten. Die Landschaftsbeschreibungen sind anschaulich und ausführlich, und doch schafft es der Autor, den Fokus auf die Interaktion der beiden Protagonisten und ihre mit jedem Schritt und Wanderabschnitt wachsende Beziehung zu nicht zu verlieren.

"Zwei in einem Leben" ist eine humorvolle aber tiefgründige Slow-Burn Liebesgeschichte. Die Mischung aus charmantem Humor, britischer Atmosphäre und tiefgehenden Themen macht das Buch zu einem wunderbaren Begleiter für entspannte Lesestunden. 


Cover und Illustration              
3 / 5
Story / Inhalt   
5 / 5
Aufbau und Schreibstil 
4 / 5
Spannung und Lesefluss
4 / 5
Hauptfigur /-en
4 / 5
Emotionen und Stimmung
4 / 5


Sonntag, 2. Oktober 2022

Lügen über meine Mutter

  -Beitrag enthält Werbung/Produktplatzierungen-

"Lügen über meine Mutter"
von Daniela Dröscher 

erschienen im 
Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG
am 18.08.2022

als Harcover 
448 Seiten
ISBN: 978-3-462-00199-0
24,00 €

und
Ebook | Hörbuch

(Stand: 02.10.2022)

Vielen Dank an Netgalley.de und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Zum Inhalt (Quelle: Verlag):

Daniela Dröscher erzählt vom Aufwachsen in einer Familie, in der ein Thema alles beherrscht: das Körpergewicht der Mutter. Ist diese schöne, eigenwillige, unberechenbare Frau zu dick? Muss sie dringend abnehmen? Ja, das muss sie. Entscheidet ihr Ehemann. Und die Mutter ist dem ausgesetzt, Tag für Tag.
»Lügen über meine Mutter« ist zweierlei zugleich: die Erzählung einer Kindheit im Hunsrück der 1980er, die immer stärker beherrscht wird von der fixen Idee des Vaters, das Übergewicht seiner Frau wäre verantwortlich für alles, was ihm versagt bleibt: die Beförderung, der soziale Aufstieg, die Anerkennung in der Dorfgemeinschaft. Und es ist eine Befragung des Geschehens aus der heutigen Perspektive: Was ist damals wirklich passiert? Was wurde verheimlicht, worüber wurde gelogen? Und was sagt uns das alles über den größeren Zusammenhang: die Gesellschaft, die ständig auf uns einwirkt, ob wir wollen oder nicht?
Schonungslos und eindrücklich lässt Daniela Dröscher ihr kindliches Alter Ego die Jahre, in denen sich dieses  »Kammerspiel namens Familie« abspielte, noch einmal durchleben. Ihr gelingt ein ebenso berührender wie kluger Roman über subtile Gewalt, aber auch über Verantwortung und Fürsorge. Vor allem aber ist dies ein tragik-komisches Buch über eine starke Frau, die nicht aufhört, für die Selbstbestimmung über ihr Leben zu kämpfen. 
Meine Meinung:
(Achtung, kann Spoiler enthalten)
Deutscher Buchpreis 2022. "Lügen über meine Mutter" steht aktuell bereits auf der Short List für den deutschen Buchpreis 2022. Ich habe mir die nominierten Bücher der Longlist angeschaut und inhaltlich fand ich den Roman von Daniela Dröscher am ansprechendsten. Selbst ein Kind der 80er, lese ich gerne auch Bücher, welche in diese Zeitspanne fallen. Zudem spielte auch das Thema "Übergewicht" in meiner Kindheit eine Rolle, glücklicherweise nicht in einer solch erschreckenden und unangemessenen Ausprägung, wie im Roman beschrieben.
Kommen wir zur eigentlichen Rezension des Romans, welche zu verfassen, mir relativ schwer fällt.

Das Cover gefällt mir ganz gut, ist aber nicht so aussagekräftig und originell. Eher unspektakulär. 
Das Thema des Romans hat mich angesprochen, die Umsetzung jedoch hat mir leider nicht so gut gefallen. Dies hat verschiedene Gründe. 

Der Aufbau hat mir noch recht gut gefallen. Neben den Kapiteln, in denen wir aus Elas Sichtweise die familiären Probleme und ihre und die Geschichte ihrer Mutter erzählt bekommen, wurden auch nach fast jedem dieser Kapitel noch Gedanken und Ergänzungen von Ela als Erwachsene Person eingefügt. Der Schreibstil war unkompliziert, fast umgangssprachlich und auch mit Textstellen in Dialekt wurde nicht gegeizt. Viele Anspielungen auf die Kultur der 80er Jahre werden vor allem den jüngeren Lesern nichts sagen. Da ich selbst in dieser Zeit aufgewachsen bin, konnte ich mich doch auch in viele Situationen hineinversetzen und auch mit den für diese Zeit typischen kulturellen Dingen innerhalb des Romans zumindest etwas anfangen.

Die Autorin konnte mich mit der Erzählung zu Beginn doch recht gut in den Bann ziehen. Dies nahm leider mit jedem weiteren Kapitel immer mehr ab. Die düstere Grundstimmung und mein Unverständnis für viele der beschriebenen Handlungen bauten in mir eine Art Abneigung auf. In der Hoffnung auf eine positive Wendung blieb ich jedoch dran. Spannung ergab sich für mich lediglich daraus, zu erfahren, ob Elas Mutter den Absprung aus der patriarchalisch geführten und von Lügen überlagerten Ehe schafft. Die Gelegenheit wurde "verpasst" und das Ende lässt mich unzufrieden zurück. Für mich hat die Erzählung leider nicht wirklich eine positive Aussage. Mit dem tyrannischen Ehemann zusammen zu bleiben, bis die Kinder aus dem Haus sind, ist für mich nicht "die Lösung".  

Die Hauptfiguren konnte ich mir gut vorstellen, vor allem Ela, da aus ihrer Sichtweise geschrieben wurde. Da ihre Eltern lediglich aus ihrer kindlichen Version beschrieben werden, bleiben hier doch auch einige Fragen offen und viele Handlungen sind nicht nachvollziehbar. Was mir nicht gefallen hat, war auch, wie sehr das Kind in dieser Ehe instrumentalisiert wurde. Wie Vaters Einstellung zum Gewicht der Mutter sich auch auf die Tochter projiziert. Wie auch Ela das Essverhalten ihrer Mutter anfängt zu hinterfragen und kritisieren. Welches Bild von einer "angemessenen" Körperstatur Ela bereits vermittelt wurde. 
Mir ist bewusst, dass diese Dinge passieren, auch in anderen Kontexten, aber für einen Roman war mir die Stimmung insgesamt zu negativ. Auch eine positive Wendung habe ich vermisst.
Zudem habe ich mich beim Lesen auch gefragt, ob die beschriebenen Gedanken von Ela tatsächlich altersgemäß sind. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass ich selbst teilweise so gedacht hätte oder viele andere Kinder in diesem Alter so weitgreifende Beobachtungen und Deutungen von Verhaltensweisen vornehmen.
Für mich war der Roman leider insgesamt mit zu vielen (selbst-)zerstörerischen und wiederkehrend abschreckenden Ereignissen durchzogen.

Wen eine negative Stimmung in der für die 80er Jahre nicht unvorstellbaren Geschichte nicht abschreckt; wer Eintauchen will in die patriarchalische Familiengeschichte im ländlichen Umfeld, der kann mit diesem Roman glücklich werden. 


Cover und Illustration              
2,5 / 5
Story  
4 / 5
Aufbau und Schreibstil 
4 / 5
Spannung und Lesefluss
2 / 5
Hauptfigur /-en
2 / 5
Emotionen  und Stimmung
1 / 5










Mittwoch, 31. August 2022

Lesemonat August 2022

  -Beitrag enthält Werbung/Produktplatzierungen-



Heute möchte ich euch meine gelesenen Bücher des Monats August 2022 vorstellen. Meine Bewertung der Bücher und einige Stichworte zu meinen Eindrücken beim Lesen folgen in diesem Beitrag.
Der Monat August ist geprägt von Vielseitigkeit, sowohl beim Genre, als auch bei der Länge der Bücher. Ich habe einige Bücher von meinem SuB gelesen und bin darauf ganz stolz - vor allem, da in diesem Monat auch "nur" zwei neue Bücher (davon ein Kochbuch) hinzu gekommen sind.

Gestartet in den Monat August bin ich mit 
"Wind Rider" von P.C. Cast erschienen bei S. Fischer Verlage
Band 3 einer Reihe - Gefährten einer neuen Welt - Jugendbuch - Dystopie - Naturverbundenheit - starke Verbindung zur Natur und Tieren - spirituell - starke Haupt- und Nebenfiguren - richtig fieser Antagonist- dicker Wälzer - ich hoffe auf noch mindestens einen Abschlussband der Reihe - für Fans der oben genannten Themen und Hang zu Fantasy einen sehr schöne Reihe 

Cover und Illustration              
3 / 5
Story  
5 / 5
Aufbau und Schreibstil 
5 / 5
Spannung und Lesefluss
4 / 5
Hauptfigur /-en
4 / 5
Emotionen  und Stimmung
4 / 5


"Der Insasse" von Sebastian Fitzek erschienen bei Droemer Knaur 
Thriller - Spannung pur - Wendung hat mich überrascht - super Setting - konnte ich kaum aus der Hand legen - Täter und die Tat sind jedoch sehr grausam - nichts für zart Besaitete - klare Leseempfehlung für Psychothriller-Fans

Cover und Illustration              
3 / 5
Story  
4 / 5
Aufbau und Schreibstil 
5 / 5
Spannung und Lesefluss
5 / 5
Hauptfigur /-en
4 / 5
Emotionen  und Stimmung
4 / 5



"Acht Berge" von Paolo Cognetti erschienen in der Penguin Random House Verlagsgruppe
Roman - wunderschönes Cover - Bergwelt Italiens - Freundschaft - Liebe - Familie - Glück - grandioses Setting - malerische Sprache - Selbstfindung - sehr angenehm, ruhig, erzählt - durch die Länge von 272 Seiten lässt es sich relativ schnell lesen - die Tiefgründigkeit und Schwere zwischendurch erfordert aber auch Pausen
Cover und Illustration              
5 / 5
Story  
5 / 5
Aufbau und Schreibstil 
4 / 5
Spannung und Lesefluss
3 / 5
Hauptfigur /-en
4 / 5
Emotionen  und Stimmung
5 / 5


"Summer of Hearts and Souls" von Colleen Hoover erschienen bei dtv 
New Adult - 320 Seiten - fesselnder, schnell zu lesender Schreibstil - sehr emotional - geheimnisvoll - Setting täuscht, es geht um viel mehr als Sommer, Sonne und Strand - zweite Chancen - arm/reich - Herkunft - Drogen - Existenzängste - Liebesgeschichte - Taschentücher bereit legen - plötzlicher Plottwist

Cover und Illustration              
4 / 5
Story  
4 / 5
Aufbau und Schreibstil 
5 / 5
Spannung und Lesefluss
5 / 5
Hauptfigur /-en
4 / 5
Emotionen  und Stimmung
5 / 5


"Kosmetik des Bösen" von Amelie Nothomb erschienen bei Diogenes
Roman - Dialog - Setting Flughafen - kurzweilig und schnell gelesen mit 112 Seiten - sofort drin - skurril - böse, schockierend und beängstigend - ähnlich wie das Neugierverhalten bei einem Unfall, man will nicht hinsehen, macht es aber doch - anders als beim Unfall wird man hier jedoch dafür belohnt, dran zu bleiben - Ende hat mich überrascht und fasziniert - Schreibstil und Story mal so ganz was Anderes - psychologisch reizvolle Lektüre

Cover und Illustration              
2 / 5
Story  
4 / 5
Aufbau und Schreibstil 
4 / 5
Spannung und Lesefluss
3 / 5
Hauptfigur /-en
4 / 5
Emotionen  und Stimmung
3 / 5

Dienstag, 12. Juli 2022

AMSEL (Strähnchen und der Killer Band 1)

  -Beitrag enthält Werbung/Produktplatzierungen-

Amsel (Strähnchen und der Killer | Band 1)
von Georg Bruckmann

Selfpublishing
erhältlich bei amazon
E-Book | gebundene Ausgabe | Taschenbuch

Vielen Dank an den Autor Georg Bruckmann für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


Zum Inhalt (Quelle: Autor):
 
Ermittler. Saboteur. Spion. Mörder.
Seine Feinde würden wohl entweder das Wort Krimineller oder Verräter benutzen, um ihn zu beschreiben. Je nachdem, auf welcher Seite des Gesetzes sie sich befinden.
Der zwielichtige Problemlöser Robert Capou wird engagiert, um einen verschwundenen Enthüllungsjournalisten zu finden. Schnell wird Capou klar, dass er sich mit einem äußerst gefährlichen Gegner angelegt hat, der bereit ist, alles zu tun, damit seine Verbrechen niemals ans Licht kommen.
Während sich Capou mit menschlichen Abgründen und einem Schatten aus seiner dunklen Vergangenheit konfrontiert sieht, hat die junge Elli alles satt. Die Schule, die suchtkranke Mutter - einfach alles. Ein traumatischer Übergriff treibt das eigenwillige Mädchen dazu, seinem Zuhause ein für allemal den Rücken zu kehren. Elli begibt sich auf einen gefährlichen Pfad, von dem eine Rückkehr nahezu unmöglich ist.


Elli und Capou - bis auf einen zufälligen Zusammenstoß verbindet diese beiden Menschen, diese beiden Welten rein gar nichts. Aber das wird sich noch auf dramatische Art und Weise ändern!

Meine Meinung:
Das Cover zu "Amsel" passt zum Titel und es deutet auch optisch auf einen Thriller hin. Mir gefällt es ganz gut, wenngleich es auch nicht besonders aus der Thriller-Cover-Landschaft hervortritt.
Dass die Amsel auch mit der Geschichte Robert Capous zu tun hat, erfährt man im Laufe des Romans. 

Die Geschichte um Capou und Elli, welche in diesem ersten Band einer Reihe noch nebeneinander her verläuft, baut sich langsam auf, hat aber mich aber von Beginn an in den Bann gezogen. Beide Teile des Romans haben von Anfang an Spannungsanteile, die sich gerade vor Kapitelende so aufbauen, dass ich als Leserin, immer das Bedürfnis hatte weiter zu lesen. Die Kapitel haben eine angenehme Länge. Auch der Roman ist kurzweilig und kann rasch gelesen werden.

Der Schreibstil ist unkompliziert und direkt. Ich konnte mich immer gut in die einzelnen Figuren und "Szenen" hineindenken und mitfühlen.
Mein Lesefluss und die Spannung wurde durch die Kapitellänge, die Cliffhanger am Ende der Kapitel und die Abwechslung der Schauplätze positiv beeinflusst. Hier steht Georg Bruckmann bekannteren Thriller-Autoren in nichts nach.
Das Ende wurde mir allerdings zu schnell abgehandelt, hier gibt es einen kleinen Punkteabzug, da ich vom Rest der Story mit mehr detailtreue verwöhnt war.

Die Emotionen der Hauptfiguren sind einem Thriller gemäß gut rübergebracht worden. Man lernt die Figuren nach und nach kennen und erfährt auch einiges aus ihrer Vergangenheit, hierdurch bekommt man einen guten Bezug zu den Protagonisten. Die Grundstimmung ist relativ düster, so wie man es für einen Thriller auch erwartet, jedoch nicht so extrem, dass sich diese Stimmung auf mich als Leserin übertragen hat. 

Mich hat der erste Band der Strähnchen und der Killer - Reihe neugierig auf mehr gemacht. Die Hauptfiguren sind mir schon jetzt ans Herz gewachsen und ich muss unbedingt wissen, wie es weiter geht.


Cover und Illustration              
3 / 5
Story  
4 / 5
Aufbau und Schreibstil 
3 / 5
Spannung und Lesefluss
5 / 5
Hauptfigur /-en
5 / 5
Emotionen  und Stimmung
4 / 5





Montag, 4. April 2022

Boy meets Girl

 -Beitrag enthält Werbung/Produktplatzierungen-

"Boy meets Girl"
von Julia Holbe

erschienen im Pernguin Verlag
der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
21. März 2022

Hardcover
288 Seiten
20,00 €
auch erhältlich als E-Book oder Hörbuch

ISBN: 978-3-328-60180-7

(Stand: 04.04.2022)

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Verlag für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Zum Inhalt (Quelle: Verlag):

»Boy meets Girl« – mit diesem Satz kann alles anfangen, jede mögliche Geschichte nimmt von hier aus ihren Lauf. Auch für Nora verändert eine kurze Begegnung ihr ganzes Leben.

Plötzlich steht sie vor der Erkenntnis, dass sie schon viel zu lange nur eine Besucherin in ihrem eigenen Leben war. Der Schmerz über das Scheitern ihrer Ehe und die wachsende Hilflosigkeit ihres alternden Vaters setzen in ihr endlich den Wunsch zur Veränderung frei.

Als sie Gregory trifft, spürt sie, dass das Leben noch etwas anderes bereithält – und doch fehlt ihr etwas, das sie nicht greifen kann. Dann begegnet sie Yann wieder, einem Freund aus alten Tagen, den sie fast verloren glaubte.

Julia Holbe erzählt von den kleinen Momenten, die ein ganzes Leben verändern, und fängt dabei diesen magischen Augenblick ein, in dem sich Zweifel und Ängste in Hoffnung verwandeln, und etwas Neues beginnt. »Boy meets Girl« ist ein Roman wie ein französischer Film: leichtfüßig, tiefgründig und nachklingend.

Meine Meinung:
Titel und Klappentext haben mich neugierig gemacht. Liebe, Beziehungen und ein Neuanfang, nach ein paar etwas schwermütigeren Romanen, brauchte ich jetzt etwas mehr positive Energie. Das Cover gefällt mir richtig gut. Farben, die Einfachheit und die Abbildung passen perfekt zum Inhalt.

Der Roman wurde komplett aus Sicht der Protagonistin Nora geschrieben. Wir erfahren als Leser*innen daher sehr umfangreich, ihre Gedanken und Gefühle zu den Ereignissen. Nora als Paartherapeutin gerät selbst in ihrer Ehe an einen Punkt, an dem sie sich entscheidet, ebendiese zu beenden. Nachdem ihr Mann Paul sie zum wiederholten Mal betrogen hat.
Mit der Trennung und den Folgen umzugehen, fällt ihr nicht leicht. Obwohl ihr tägliches Brot darin besteht, Paaren bei ihren Beziehungsproblemen zur Seite zur stehen, scheint die Anfang 50-jährige selbst so in die Trennung hinein zu leben. Das Verschwinden ihres Mannes auf eine längere Dienstreise, kommt dann auch gelegen. Insofern muss sie sich auch zunächst den Problemen und den Zukunftsplänen gar nicht stellen.
Stattdessen lernt sie den jüngeren Gregory zufällig bei einem Einkauf kennen. Sie lässt sich recht schnell auf eine Affäre mit ihm ein. Dann begegnet sie Yann, den sie aus ihrer Studienzeit kennt und seit dieser Zeit auch nicht mehr gesehen hat. Beide haben ihr eigenes Leben gelebt. Nun verläuft es wieder parallel.

Die Story um Nora, Gregory und Yann verläuft recht sachte. Man erfährt nach und nach immer mehr Details auch aus der gemeinsamen Vergangenheit von Nora und Yann. 
Lou ist die beste Freundin von Nora und ihre persönliche Beziehungsratgeberin. Mir gefällt diese Nebenfigur sehr gut, da sie eine sehr positive Energie ausstrahlt. 

Die Kapitel sind unterschiedlich von der Länge her, aber nie zu lang. Julia Holbe benutzt relativ häufig die wörtliche Rede. Ich habe das als recht erfrischend und angenehm empfunden; konnte mich immer gut in die Situationen hineinversetzen. Einzelne Szenen werden recht anschaulich und ausschmückend erzählt, wurden aber für mich nie langweilig. Mir hat es Spaß gemacht, so tief in die Szenen einzutauchen. Vor meinem inneren Auge waren die Schauplätze immer deutlich zu sehen. 
"Boy meets Girl" vermittelt mir eine gewisse Ruhe und Gelassenheit; Spannung im herkömmlichen Sinne, sucht man vergebens. Das Buch lebt von seiner Einfachheit und Gelassenheit, und hat dadurch bei mir eine ganz andere Erfahrung von Spannung ausgelöst denn ich wollte trotzdem zu jeder Zeit wissen, wie es weitergeht.

Nora als Protagonistin wirkt Jünger als sie ist. Die Beschreibung der Beziehung zu ihren Eltern und der Umgang mit den Beiden hat für mich einen ehrlichen und authentischen Aspekt reingebracht. Das Älterwerden der eigenen Eltern und auch das einhergehende Verhalten miteinander ist ein Thema, über das man sich sicherlich streiten kann, aber ich glaube auch dies ist so individuell wie wir Menschen, daher kommt mir gerade dieser Part des Romans auch sehr echt rüber.

Was mir etwas gefehlt hat, war der Kontakt von Nora zu ihrer Tochter, die so meint man doch, auch bei einer plötzlichen Trennung der Eltern zumindest eine kleine Rolle einnehmen würde. Franny taucht jedoch erst recht spät aus anderem Anlass auf, und dies auch nur sehr kurz. 

Ich mochte es Noras Gedanken und Erlebnisse zu begleiten. Es geht um Glück im Allgemeinen und in Beziehungen und ob auch eine große Portion Alltag in einer Beziehung glücklich machen kann. Sich selbst kennenzulernen, auszuhalten und auch das alleine sein zu genießen, aber auch aus dem Bauch heraus zu handeln und sich für etwas zu entscheiden, von dem man merkt, dass es einem gut tut.

Das Ende kam dann doch recht kurz und plötzlich. Die Liebe fängt quasi da an, wo das Buch aufhört. So bleibt den Leser*innen genügend Freiraum für eigene Spekulationen.

Wem entscheidungsunfreudige Protagonisten zuwider sind, der sollte die Finger vom Buch lassen.
Von mir eine klare Leseempfehlung für alle die, die mal eine etwas andere Liebes- und Lebensgeschichte mit einer sehr positiven Stimmung und Energie lesen möchten. 


Cover und Illustration              
5 / 5
Story  
4 / 5
Aufbau und Schreibstil 
4 / 5
Spannung und Lesefluss
4 / 5
Hauptfigur /-en
4 / 5
Emotionen  und Stimmung
4 / 5



Dienstag, 29. März 2022

Nachtwanderung

 -Beitrag enthält Werbung/Produktplatzierungen-
 
"Nachtwanderung"
von Cornelia Achenbach
 
erschienen im  Goldmann Verlag
der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
14. März 2022

Hardcover 
288 Seiten
20,00 €
auch erschienen als E-Book
 
ISBN: 978-3-442-31606-9

(Stand: 28.03.2022)

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Zum Inhalt (Quelle: Verlag):
Freundinnen für immer wollten sie sein. Doch die Freundschaft zwischen Ines und Kirsten zerbricht in einer Stunde der Bedrängnis, in der Ines nicht für Kirsten da ist. Die beiden Mädchen sehen sich nicht wieder. Mehr als zwanzig Jahre später ist Ines berufstätige Mutter und vollauf damit beschäftigt, ihren Ansprüchen gerecht zu werden. Als eine Einladung zu einem Klassentreffen lange verdrängte Erinnerungen weckt, muss sie sich eingestehen, wie sehr der Verlust der einst so bewunderten Freundin sie geprägt hat. Auf dem Klassentreffen steht ihr Kirsten plötzlich gegenüber. Doch die Begegnung verläuft anders als erwartet – und stellt alles in Frage. Sind sie wirklich die, die sie glauben zu sein?

Meine Meinung: 
Als ich die Neuerscheinungen des Verlages durchsah sprach mich der Inhalt des Romans "Nachtwanderung" direkt an. Freundinnen der Schulzeit, welche sich aus mysteriösen und, wie sich später herausstellt, tragischen Umständen aus den Augen verloren haben. Jahre später begegnen sie sich bei einem Klassentreffen erneut.
Das Cover zeigt das Gemälde einer Frau und passt, wie ich finde, von der Stimmung her sehr gut zum Roman.
"Nachtwanderung" ist in drei Teile unterteilt. Der erste Teil wird aus der Sicht von Ines erzählt, der zweite aus der Sicht von der damals verschwundenen Kirsten und im letzten Teil treffen sich beide Hauptfiguren nach ca. 20 Jahren auf dem Klassentreffen wieder.

Der Schreibstil wirkte auf mich sehr klar und wenig ausschmückend, oft hatte es etwas von einer Aufzählung und Aneinanderreihung von Fakten und Gedanken. Zeitsprünge und Gedankensprünge haben mich hin und wieder etwas verwirrt. Emotional hat mich das Buch, eventuell auch aufgrund des eher sachlichen Schreibstils nicht so sehr gepackt. Trotzdem lies es sich sehr schnell lesen.

Thematisch fand ich es sehr ansprechend. Wie unterschiedlich die Erinnerungen und die Wahrnehmung der Schulzeit und der letzten gemeinsamen Tage der beiden Hauptfiguren ist und wie sehr das Erlebte  ihre Zukunft geprägt hat ist sehr realistisch dargestellt. Allerdings habe ich  im ersten Teil die starke Ausprägung der Gedanken an Kirsten, in gefühlt jeder Sekunde von Ines Alltag, als eher übertrieben empfunden. Mich hat es gestört, dass Ines in jeder möglichen Minute an Kirsten denkt und deren Verlust betrauert. Da konnte ich mich absolut nicht einfühlen. Auch der Teil von Kirsten verbreitet eher eine depressive Stimmung. Interessant wird dann der letzte Teil wieder, in dem beide Charaktere aufeinandertreffen. Hier werden dann auch beide Sichtweisen zusammengefügt und es ergibt ein stimmiges Ganzes, welches aber nicht weniger tragisch ist. Der Schluss hat mich dann auch wieder mehr abgeholt und ich bin froh über das Ende.

Ganz besonders gefallen hat mir hier die kleine Zeitreise in die Schulzeit der 90er Jahre, denn dort konnte ich mich persönlich auch wiederfinden. 
Wer ebenfalls in den 90er Jahren seine Jugend verlebt hat und einen Roman mit den Themen Vergangenheitsbewältigung und Verlust aber auch Freundschaft und verschiedene Wahrnehmungen und Erinnerungen lesen mag, dem kann ich diesen Roman empfehlen. 
 
Bewertung:
 
Cover und Illustration              
4 / 5
Story  
5 / 5
Aufbau und Schreibstil 
3 / 5
Spannung und Lesefluss
4 / 5
Hauptfigur /-en
2 / 5
Emotionen  und Stimmung
2 / 5