"Das Ende ist erst der Anfang"
von Chandler Baker
erschienen im Thienemann-Esslinger Verlag (2018)
400 Seiten
Gebundene Ausgabe
ISBN: 978-3-522-20248-0
E-Book
ISBN: 978-3-522-62163-2
Vielen Dank an NetGalley und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
Zum Thema (Quelle: Verlag):
Ein Coming-of-Age-Roman für Mädchen und junge Frauen, der aus dem Rahmen fällt.In 23 Tagen wird Lake 18. Dann hat sie die Chance, genau einen Menschen von den Toten auferstehen zu lassen. Ihr behinderter Bruder wäre nach der Auferstehung wieder gesund und sollte Lakes erste Wahl sein. Doch gerade sind ihre beste Freundin und ihr Freund bei einem Unfall ums Leben gekommen. Für wen soll sie sich entscheiden? Ist es überhaupt richtig, Gott zu spielen und über Leben und Tod zu bestimmen? Lake steckt in einem Dilemma, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt ...
Meine Meinung:
Der Klappentext des Buches hat mich sehr neugierig gemacht.
Das Thema Wiedererweckung und der Zwiespalt, in dem sich die Protagonistin
befindet, sowie die Umsetzung der Autorin mit dem Thema der Moral und Ethik in
diesem Buch haben mich sehr gereizt.
Die Wiedererweckungsmöglichkeit im Alter von 18 Jahren ist
das einzige futuristische Merkmal dieses Jugendromans, also wer Science-Fiction
erwartet, sollte eher zu anderen Werken greifen. In diesem Buch geht es eher um die
Moral und Ethik der Wiedererweckung, bzw. das persönliche Dilemma, in dem sich
Lake befindet. Durch den Unfall und plötzlichen Tod ihrer besten Freundin Penny
und ihres Freundes Will steht sie nämlich kurz vor ihrem 18. Geburtstag vor der
Entscheidung, wen von beiden sie Auferwecken soll. Auch für ihren Bruder Matt,
der eigentlich von ihrer Wiedererweckungsmöglichkeit profitieren sollte, ändert
sich nun alles.
Wir lernen Lake hier sehr gut kennen und die Zerrissenheit
und Traurigkeit wird sehr gut rübergebracht. Der Fokus liegt hier auf der
Trauerbewältigung und Entscheidungsfindung von Lake. Die Nebencharaktere nehmen
zwar keine Unwichtige Rolle ein, aber schweben doch irgendwie nur so an der Oberfläche.
Gerade über Ringo und seine Gefühlswelt hätte ich gerne mehr erfahren. Lakes
Verhalten Ringo gegenüber finde ich manchmal doch recht fragwürdig und egoistisch.
Leider sind mir die Geschichte und die Protagonisten nicht
so richtig ans Herz gewachsen und haben mich nicht so sehr berührt, wie es bei
dieser Handlung vielleicht möglich gewesen wäre. Lakes Entscheidungsfindung und
die damit verbundenen Gefühle werden zwar sehr ausführlich beschrieben, aber
andererseits empfinde ich es doch als sehr oberflächlich. Der Twist gegen Ende
des Buches hat mich überrascht und wieder etwas mehr für das Buch begeistert.
Chandler Baker packt das Thema Wiedererweckung und die damit verbundene
Moral/Ethik, zwar als Hauptthema in diesem Buch an, aber lediglich Ringo
scheint dieses System zu hinterfragen, was ich etwas schade und zu
nebensächlich fand.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut zu lesen, so dass ich mich beim Lesen nie durch Abschnitte gequält habe und ich trotzdem es mich nicht so sehr gepackt hat, sehr gut durchgekommen bin.
Das Buch hat mich gut unterhalten, aber leider nicht so sehr
bewegt, wie ich es erwartet habe. Die Protagonisten konnten mich leider nicht
so sehr begeistern. Wer eine Geschichte zum Thema Trauer und Trauerbewältigung
sucht, mit einer hintergründig philosophischen Handlung, der kann hier schon
zugreifen.