Dienstag, 29. März 2022

Nachtwanderung

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"Nachtwanderung"
von Cornelia Achenbach
 
erschienen im  Goldmann Verlag
der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
14. März 2022

Hardcover 
288 Seiten
20,00 €
auch erschienen als E-Book
 
ISBN: 978-3-442-31606-9

(Stand: 28.03.2022)

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Zum Inhalt (Quelle: Verlag):
Freundinnen für immer wollten sie sein. Doch die Freundschaft zwischen Ines und Kirsten zerbricht in einer Stunde der Bedrängnis, in der Ines nicht für Kirsten da ist. Die beiden Mädchen sehen sich nicht wieder. Mehr als zwanzig Jahre später ist Ines berufstätige Mutter und vollauf damit beschäftigt, ihren Ansprüchen gerecht zu werden. Als eine Einladung zu einem Klassentreffen lange verdrängte Erinnerungen weckt, muss sie sich eingestehen, wie sehr der Verlust der einst so bewunderten Freundin sie geprägt hat. Auf dem Klassentreffen steht ihr Kirsten plötzlich gegenüber. Doch die Begegnung verläuft anders als erwartet – und stellt alles in Frage. Sind sie wirklich die, die sie glauben zu sein?

Meine Meinung: 
Als ich die Neuerscheinungen des Verlages durchsah sprach mich der Inhalt des Romans "Nachtwanderung" direkt an. Freundinnen der Schulzeit, welche sich aus mysteriösen und, wie sich später herausstellt, tragischen Umständen aus den Augen verloren haben. Jahre später begegnen sie sich bei einem Klassentreffen erneut.
Das Cover zeigt das Gemälde einer Frau und passt, wie ich finde, von der Stimmung her sehr gut zum Roman.
"Nachtwanderung" ist in drei Teile unterteilt. Der erste Teil wird aus der Sicht von Ines erzählt, der zweite aus der Sicht von der damals verschwundenen Kirsten und im letzten Teil treffen sich beide Hauptfiguren nach ca. 20 Jahren auf dem Klassentreffen wieder.

Der Schreibstil wirkte auf mich sehr klar und wenig ausschmückend, oft hatte es etwas von einer Aufzählung und Aneinanderreihung von Fakten und Gedanken. Zeitsprünge und Gedankensprünge haben mich hin und wieder etwas verwirrt. Emotional hat mich das Buch, eventuell auch aufgrund des eher sachlichen Schreibstils nicht so sehr gepackt. Trotzdem lies es sich sehr schnell lesen.

Thematisch fand ich es sehr ansprechend. Wie unterschiedlich die Erinnerungen und die Wahrnehmung der Schulzeit und der letzten gemeinsamen Tage der beiden Hauptfiguren ist und wie sehr das Erlebte  ihre Zukunft geprägt hat ist sehr realistisch dargestellt. Allerdings habe ich  im ersten Teil die starke Ausprägung der Gedanken an Kirsten, in gefühlt jeder Sekunde von Ines Alltag, als eher übertrieben empfunden. Mich hat es gestört, dass Ines in jeder möglichen Minute an Kirsten denkt und deren Verlust betrauert. Da konnte ich mich absolut nicht einfühlen. Auch der Teil von Kirsten verbreitet eher eine depressive Stimmung. Interessant wird dann der letzte Teil wieder, in dem beide Charaktere aufeinandertreffen. Hier werden dann auch beide Sichtweisen zusammengefügt und es ergibt ein stimmiges Ganzes, welches aber nicht weniger tragisch ist. Der Schluss hat mich dann auch wieder mehr abgeholt und ich bin froh über das Ende.

Ganz besonders gefallen hat mir hier die kleine Zeitreise in die Schulzeit der 90er Jahre, denn dort konnte ich mich persönlich auch wiederfinden. 
Wer ebenfalls in den 90er Jahren seine Jugend verlebt hat und einen Roman mit den Themen Vergangenheitsbewältigung und Verlust aber auch Freundschaft und verschiedene Wahrnehmungen und Erinnerungen lesen mag, dem kann ich diesen Roman empfehlen. 
 
Bewertung:
 
Cover und Illustration              
4 / 5
Story  
5 / 5
Aufbau und Schreibstil 
3 / 5
Spannung und Lesefluss
4 / 5
Hauptfigur /-en
2 / 5
Emotionen  und Stimmung
2 / 5

Montag, 28. März 2022

Vom Ende der Einsamkeit

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"Vom Ende der Einsamkeit"
Benedict Wells
 
erschienen im Diogenes Verlag (2018)
Taschenbuch
368 Seiten

ISBN: 978-3-257-24444-1
€ (D) 13.00 / sFr 17.00* / € (A) 13.40 
 
(Stand: 23.03.2022)


Zum Inhalt (Quelle: Verlag):
Jules und seine beiden Geschwister wachsen behütet auf, bis ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Als Erwachsene glauben sie, diesen Schicksalsschlag überwunden zu haben. Doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein.
Ein berührender Roman über das Überwinden von Verlust und Einsamkeit und über die Frage, was in einem Menschen unveränderlich ist. Und vor allem: eine große Liebesgeschichte.
Meine Kurzmeinung:
Benedict Wells und seine Bücher begegnen einem zwangsläufig, wenn man Büchercommunitys, Instagram und Co. auch nur ein wenig verfolgt. Bisher traute ich mich noch nicht an seine Werke. Ich fragte mich ob es mir literarisch zu anspruchsvoll sein könnte oder ich mit dem Schreibstil wirklich zurecht komme. Diese Zweifel waren unberechtigt. 

"Vom Ende der Einsamkeit" ließ sich flüssig und schnell lesen. Trotz der einfachen Sprache ist es philosophisch und tiefgründig, regt zum Nachdenken an. 

Jules und seine Geschwister beim Erwachsenwerden zu begleiten hat mir gefallen, die zum Teil sehr düstere Stimmung und der Pessimismus von Jules allerdings eher weniger. Schicksalsschläge ziehen sich durch das gesamt Buch und es war mir daher auch ein wenig zu viel Dramatik und melancholische Stimmung.
Leider sind mir auch die Hauptfiguren nicht so nah gekommen, dass mich ihr Schicksal beim Lesen sehr berührt hat. 

Ein Buch, welches mich fasziniert hat, zum Nachdenken angeregt hat und welches ich auch gerne zur Hand genommen habe, aber komplett vom Hocker gerissen hat es mich leider nicht. Ich freue mich jedoch darauf mehr vom Autor zu lesen.

Sonntag, 6. Februar 2022

Der Gesang der Flusskrebse

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"Der Gesang der Flusskrebse"
von Delia Owens

erschienen im Heyne Verlag
der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
25.01.2021

Taschenbuch | gebundene Ausgabe | E-Book | Hörbuch

464 Seiten

Übersetzung: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann

Zum Inhalt (Quelle: Verlag):
Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen. Delia Owens erzählt intensiv und atmosphärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir einmal waren. Und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts entgegensetzen können.


Meine Meinung /Kurzrezension:
Dieser Roman fiel mir im Dezember während der Weihnachtseinkäufe in die Hände. Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, aber auch aufgrund der guten Bewertungen, entschied ich mich dazu, mir dieses Buch selbst zu Weihnachten zu schenken. Zunächst kam ich gar nicht dazu es zu lesen, sondern überlies es zunächst meiner Mutter. Nachdem diese es regelrecht verschlungen hatte, wurde ich natürlich noch neugieriger auf die Geschichte von Kya. Heute gibt es mal eine Kurzmeinung über Delia Owens wundervollen Roman.

Kya ist eine mutige, authentische und faszinierende Protagonistin. Ihre Liebe und Verbundenheit zur Natur, aber auch ihr Mut sich ganz alleine im Marschland durchzuschlagen haben in mir eine ganz große Faszination und Bewunderung hervorgerufen. 
Man fühlt die Geschichte, als wäre man ein Teil davon. 
Kya von Kindheit an zu begleiten war ein wunderbares Erlebnis. Die Natur ihrer Heimat und ihre tiefe Verbindung dazu wird sehr eindringlich und atmosphärisch beschrieben. Aber auch die Einsamkeit, die ein Leben in der Marsch mit sich bringt, kommt sehr deutlich rüber. 
Der Kriminalfall nimmt im späteren Verlauf einen größeren Teil ein und auch die Verhandlung ist sehr packend beschrieben. 
Poetische Einflüsse u.a. durch einen Anteil an Gedichten, ist eigentlich gar nicht so meins, passen aber sehr gut ins Gesamtbild.
Wundervolles, empathisches Buch mit sehr bildlichen Beschreibungen der Tier und Pflanzenwelt North Carolinas. Eine wunderbare Protagonistin und Lebenskünstlerin. Ein Buch welches ich uneingeschränkt empfehlen kann.






 

Dienstag, 25. Januar 2022

Thirteen

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"Thirteen"
von Steve Cavanagh

erschienen am 10.01.2022
im Goldmann Verlag
der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH

544 Seiten
13,00 €
Paperback| E-Book | Hörbuch
ISBN: 978-3-442-49215-2

Übersetzung: Jörn Ingwersen

(Stand 25.01.2021 | Quelle: Verlag)

Vielen Dank an den Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


Zum Inhalt (Quelle: Verlag):
Der New Yorker Strafverteidiger Eddie Flynn soll Amerikas prominentesten Mordverdächtigen vor Gericht vertreten: Robert »Bobby« Solomon – jung, attraktiv und der Liebling von ganz Hollywood. Eddies Klienten zählen normalerweise nicht zu den Reichen und Schönen. Aber wenn er von der Unschuld eines Angeklagten überzeugt ist, tut Eddie alles, um ihn freizubekommen. Und er glaubt Bobby, dass dieser nichts mit dem Mord an seiner Frau und deren Liebhaber zu tun zu hat, obwohl alle Beweise gegen ihn sprechen. Der Fall scheint aussichtslos, bis Eddie erkennt: Der wahre Killer sitzt in der Jury ...


Meine Meinung:
Als ich die Inhaltsangabe zu "Thirteen" las, war ich schon ziemlich angetan. Ich schaute mir die Leseprobe an um zu sehen, ob ich mit dem Schreibstil Cavanaghs zurecht komme und dann musste ich diesen Roman unbedingt lesen. 
Ich freue mich sehr, dass der Verlag mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat, denn so einen spannenden, fesselnden Thriller habe ich lange nicht in den Händen gehalten. Ich weiß jetzt schon, dass diese Rezension in einer großen Lobhudelei ausarten wird.

Der Schreibstil von Steve Cavanagh überzeugte mich ja bereits nach einigen Zeilen der Leseprobe. Der Roman liest sich locker, leicht und ohne irgendwelche Stolpersteine. Der Spannungsaufbau ist sehr gelungen. So sehr, dass ich die letzten 150 Seiten unbedingt an einem Abend zu Ende lesen musste. Ich konnte den Thriller einfach nicht mehr aus der Hand legen.

Da ich im Moment schon ein wenig dem (True-)Crime Hype erlegen bin, kommt mir das Thema Serienmörder natürlich gerade recht. Bedenken hatte ich wohl etwas, da die Gerichtsverhandlung eine große Rolle einnimmt. Diese Bedenken waren jedoch absolut unbegründet. Steve Cavanagh schafft es die Beschreibung des Täters, der Opfer, der Jury, der Verhandlung und Ermittlungen sehr geschickt miteinander zu verstricken. Immer mehr Puzzlestücke werden nach und nach aufgedeckt und die Spannung wird durch zwei Sichtweisen ebenfalls oben gehalten.
Die 544 Seiten sind unterteilt in 73 Kapitel und spielen an 5 aufeinander folgenden Tagen. Die Kapitel sind kurz und knackig und wie schon gesagt abwechselnd aus zwei verschiedenen Sichtweisen geschrieben. Erstens aus der Perspektive von Eddie Flynn und zweitens aus der Sicht von Joshua Kane, hier jedoch in der 3. Person.

Eddie Flynn als Anwalt des Schauspielers Bobby Solomon war mir von Beginn an sympathisch, im Gegensatz zum Anwalt der Anklage, der glücklicherweise nicht so eine große Rolle einnimmt. 
Joshua Kane, der Serienmörder in diesem Thriller, verfolgt seinen Plan seit Jahren und man muss zugeben dieser ist verdammt gut ausgetüftelt aber genauso grausam.

Das Ende konnte mich sogar noch mal überraschen. Ich habe die letzten Seiten regelrecht verschlungen. Steve Cavanagh hat mich mit diesem Gerichtsthriller absolut überzeugt, was vielleicht daran liegt, dass er selbst als Bürgerrechtsanwalt gearbeitet hat. Die Verhandlung und die Ermittlungen waren so lebendig beschrieben, dass ich nur jedem Crime Fan ans Herz legen kann, diesen Roman zu lesen.






Montag, 3. Januar 2022

Die Krone der Dunkelheit - Band 3 - Götterdämmerung

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"Die Krone der Dunkelheit - Götterdämmerung"
Band 3
von Laura Kneidl

Erschienen am 28.10.2021
im Piper Verlag

€ 16,00 [D], € 16,50 [A]
800 Seiten
Klappenbroschur | E-Book

EAN 978-3-492-70545-5

(Stand: 01.01.2022)

Vielen Dank an Netgalley.de und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Achtung Band 3 einer Reihe, kann Spoiler zu Band 1 oder 2 beinhalten.

Meine Rezension zu Band 1.

Zum Inhalt (Quelle: Verlag):
Eine dunkle Macht hat sich über Lavarus erhoben. Wie eine Welle treibt sie über das Land und lässt Elend, Tod und Finsternis zurück. Prinzessin Freya wurde von ihrer eigenen Familie verraten und muss aus dem Königshaus fliehen. Nun droht sie, alles zu verlieren: ihre Magie, ihre Liebe und ihr Leben. Doch allein kann sie ihr Königreich nicht vor der Bedrohung durch die Dunkelheit retten. Verzweifelt begibt sich Freya erneut auf den lebensgefährlichen Weg nach Nihalos, um den jungen Fae-Prinzen Kheeran vor den finsteren Plänen ihres Vaters zu warnen ...


Meine Meinung:

Lange habe ich keinem Folgeband, oder wie hier (soweit bekannt) finalem Band einer Reihe, mehr so entgegengefiebert wie diesem Fantasyroman. Die ersten beiden Teile von "Die Krone der Dunkelheit" konnten mich schon sehr begeistern und ich habe mich gefreut nun wieder in die Welt von Freya, Kheeran, Ceylan & Co. abtauchen zu können.
 
Ebenso, wie die beiden ersten Bände konnte mich auch Band 3 wieder von Beginn an fesseln. 
Der Schreibstil von Laura Kneidl ist sehr bildlich und läuft wie ein Film vor dem inneren Auge ab. Die Kapitel sind mal mehr, mal weniger kurz, aber immer im angenehmen Rahmen um meinen Lesefluss nicht zu sehr zu beeinflussen. Kurze Kapitel regen mich oft an, doch noch mal weiter zu lesen. Dies war hier auf jeden Fall gegeben. 
Die Kapitel sind zudem aus sieben verschiedenen Sichtweisen von Hauptfiguren (plus 2 Kapitel von Nebenfiguren) geschrieben. Für mich bleibt es so immer spannend und man bekommt einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der verschiedenen Protagonisten. 
Je weiter die Reihe voranschreitet, desto weniger empfinde ich eine oder zwei bestimmte Personen als Hauptfigur, sondern alle Sichtweisen zusammen ergeben das große Ganze und jeder nimmt einen wichtigen Part, vor allem in diesem dritten Band, ein. 

Im finalen Teil der Reihe kommt es zum Höhepunkt der Story und ich finde alles in dieser Reihe wieder, was ich von einer großartigen Fantasy-Trilogie erwarte. Heldenhafte Protagonisten, eine epische Schlacht, gleich mehrere Liebesgeschichten und ein wahrhaft göttlicher Gegner der bösen Seite. Ich könnte mir die Story sogar sehr gut für eine Verfilmung vorstellen.
Wer gerne im Genre Fantasy liest, sollte diese Reihe nicht verpassen.





Dienstag, 7. Dezember 2021

The Love That Lies Within

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"The Love That Lies Within"
von Mia Sheridan

erschienen im Lyx Verlag
der Bastei Lübbe AG
Ersterscheinung: 29.10.2021

Paperback | E-Book | Hörbuch
14,00 €
423 Seiten

ISBN: 978-3-7363-1665-2

(Stand: 07.12.2021)


Vielen Dank an Netgalley.de und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


Zum Inhalt (Quelle: Verlag):

Er ist umgeben von Mauern aus Stein, Mauern aus Schuld. Sie ist gekommen, um sie mit der Kraft der Liebe einzureißen.
Als die junge Tänzerin Clara von der geheimnisvollen Windisle-Plantage am Stadtrand von New Orleans hört, ist sie sofort fasziniert. Clara stellt schnell fest, dass das alte Anwesen nicht so verlassen ist, wie alle denken. Jenseits der Mauer hört sie die Stimme eines Mannes. Sie gehört Jonah Chamberlain, der sich – verletzt und beladen mit Schuld – nach Windisle zurückgezogen hat und sein von Narben entstelltes Gesicht vor der Welt versteckt. Vom ersten Moment an spürt Clara eine tiefe Bindung zu ihm. Doch kann sie Jonah überzeugen, dass er ihre Liebe verdient hat?

Meine Meinung: 

Das wunderschöne Cover und der Klappentext haben mich sehr neugierig auf "The Love That Lies Within" gemacht. 
Der Einstieg in das Buch ist mir sehr leicht gefallen, da Mia Sheridan sehr flüssig schreibt. 
Auch die Vorstellung der Hauptfiguren ist sehr gelungen und man konnte sich ein gutes Bild von den einzelnen Charakteren machen.
Clara als Protagonistin hat auf mich von Beginn an sehr authentisch und sympathisch gewirkt.
Jonah lebt zurückgezogen aufgrund eines tragischen Erlebnisses in seiner Vergangenheit. Er bleibt zu Beginn etwas mysteriös, da man zunächst nicht genau weiß, was passiert ist.

Die Autorin verwebt in ihrer Geschichte um das Anwesen Windisle und die Chamberlains zwei Epochen miteinander. Sie spielt einerseits in der Gegenwart, in der Clara und Jonah die Hauptrolle spielen, aber auch in den 1860er Jahren, zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs und der Abschaffung der Sklaverei. Hier spielen Angelina und John die Hauptrollen. 
Die Gegenwart nimmt natürlich den größten Part in diesem Roman ein, aber die Geschichte von Angelina und John wird ebenfalls sehr stark eingebunden. 
Immer wieder fließen auch mystische Aspekte in die Geschichte mit ein, wie z.B. Flüche, Geister, Übernatürliches.

Die Liebesgeschichte zwischen Clara und Jonah beginnt einerseits zwar körperlich nicht so rasant, wie in den meisten New Adult Romanen, aber Gedanklich sind sich Jonah und Clara doch ziemlich schnell, sehr nah. Und dies durch eine Mauer hindurch, ohne sich je gesehen zu haben. 
Das lässt mich auch so ein wenig zwiegespalten zurück. Auch die Vielzahl der Handlungsstränge und die mystischen Aspekte haben mir die Hauptfiguren nicht richtig nahegebracht und Gefühle kamen bei mir nicht so rüber, wie ich es mir in einem Liebesroman wünsche. Trotz der Kritik, hat der Roman mich sehr gut unterhalten und der Einblick in die Geschichte der USA und die Zeit der Abschaffung der Sklaverei waren für mich ein interessanter Ansatz. 

Ich kann dieses Buch also jedem empfehlen, der kein Problem mit mehreren Zeitsträngen innerhalb einer Geschichte hat. Auch ein Hang für das Mystische, welches ein Jahrhunderte altes Anwesen und seine Vergangenheit ausstrahlen, ist von Vorteil. 

,5



Dienstag, 16. November 2021

Über Menschen

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"Über Menschen"
von Juli Zeh

erschienen am 22.03.2021
im Luchterhand Literaturverlag
der Penguin Random House Verlagsgruppe

als Hardcover
416 Seiten
ISBN: 978-3-630-87667-2
22,00 €

auch erschienen als E-Book

[Stand: 16.11.2021]

Vielen Dank an den Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars

Zum Inhalt (Quelle: Verlag):
Dora ist mit ihrer kleinen Hündin aufs Land gezogen. Sie brauchte dringend einen Tapetenwechsel, mehr Freiheit, Raum zum Atmen. Aber ganz so idyllisch wie gedacht ist Bracken, das kleine Dorf im brandenburgischen Nirgendwo, nicht. In Doras Haus gibt es noch keine Möbel, der Garten gleicht einer Wildnis, und die Busverbindung in die Kreisstadt ist ein Witz. Vor allem aber verbirgt sich hinter der hohen Gartenmauer ein Nachbar, der mit kahlrasiertem Kopf und rechten Sprüchen sämtlichen Vorurteilen zu entsprechen scheint. Geflohen vor dem Lockdown in der Großstadt muss Dora sich fragen, was sie in dieser anarchischen Leere sucht: Abstand von Robert, ihrem Freund, der ihr in seinem verbissenen Klimaaktivismus immer fremder wird? Zuflucht wegen der inneren Unruhe, die sie nachts nicht mehr schlafen lässt? Antwort auf die Frage, wann die Welt eigentlich so durcheinandergeraten ist? Während Dora noch versucht, die eigenen Gedanken und Dämonen in Schach zu halten, geschehen in ihrer unmittelbaren Nähe Dinge, mit denen sie nicht rechnen konnte. Ihr zeigen sich Menschen, die in kein Raster passen, ihre Vorstellungen und ihr bisheriges Leben aufs Massivste herausfordern und sie etwas erfahren lassen, von dem sie niemals gedacht hätte, dass sie es sucht. 

Juli Zehs neuer Roman erzählt von unserer unmittelbaren Gegenwart, von unseren Befangenheiten, Schwächen und Ängsten, und er erzählt von unseren Stärken, die zum Vorschein kommen, wenn wir uns trauen, Menschen zu sein.

Meine Meinung:

Als ich  mich Juli Zehs "Über Menschen" zum ersten mal aktiv widmete, stand der Roman schon längere Zeit ganz oben in den Bestseller Listen. Ich gestehe, dass ich zwar von Juli Zeh schon gehört hatte, aber noch nie etwas gelesen. Als ich mir dann den Inhalt doch noch mal etwas genauer anschaute, wurde ich doch neugierig. Erster Roman, der die Corona Pandemie zeitlich und thematisch beinhaltet, auch die "Flucht" aufs Land, sprach mich an. Somit bewarb ich mich um ein Rezensionsexemplar und bin sehr froh, meinen ersten Juli Zeh Roman gelesen zu haben.

Da ich mich eher selten an Gesellschaftsromane traue und mich meistens an leichte Unterhaltungsromane oder Krimis, sowie Kinder- und Jugendliteratur halte, war ich doch sehr überrascht, wie leicht und flüssig der Roman geschrieben ist. Ich hatte unberechtigte Zweifel, ob ich wohl rasch genug in die Geschichte rein finden würde. Vom ersten Kapitel an war ich jedoch vom Schreibstil und vom Aufbau der Handlung, sowie der Zeichnung der Hauptfiguren überzeugt. Die Sprache ist sehr bildlich und man bekommt einen hervorragenden Eindruck von den jeweiligen Schauplätzen und Situationen. Die Kapitel sind angenehm kurz und mit einer passenden Überschrift betitelt. 

Dora als Protagonistin hat mich von Beginn an gehabt. Ich habe mich in so vielen Situationen einfach wiedergefunden. Sie stellt so viele Fragen, die einen zum Grübeln bringen. So oft wie ich mich mit ihr identifizieren konnte, so oft habe ich mich aber auch gefragt, ob ich ebenso gehandelt hätte. Ihre leicht widerspenstige Art mochte ich von Beginn an. In Juli Zehs Roman geht es jedoch nicht alleine um Dora, sondern vor allem handelt es "Über Menschen". 

"Wer sind die Guten und wer die Bösen? Dora weiß es nicht und will es auch nicht wissen. Sie findet, dass das eine sehr gefährliche Frage ist." Seite 28

Thematisch werden einige aktuelle Themen behandelt. Corona; die Zeit nach dem ersten Lockdown wird hier beschrieben und von Dora analysiert. Mich haben die Gedanken Doras an diese Phase sehr amüsiert und richtig gut unterhalten. Gleichermaßen erschreckt(e) und verwundert(e) mich jedoch auch das Verhalten vieler Menschen. Trotzdem kann ich mich auch da in Dora wiederfinden und nachvollziehen, dass man eigentlich gar nicht so genau weiß, in welche Schublade man genau gehört. Und genau dies ist auch eine wichtige Aussage des gesamten Buches. Es gibt nicht immer nur schwarz oder weiß, es gibt so viele Grautöne dazwischen.

"Lockdown, Shutdown, flattening the curve. Mortalität, Morbidität, Triage. Die Panik stieg, als wären Krankheit und Tod neu erfunden worden." Seite 25

Ein weiteres und auch umstrittenes Thema ist die Beziehung Doras zu ihrem Nachbarn Gote, dem Dorf-Nazi. Es wurde und wird heiß diskutiert, ob man einen Roman so schreiben, bzw. dieses Thema und diese Figur als Nazi in solch einer Form darstellen sollte. Meine Meinung dazu ist nicht so kritisch. Ich finde Doras Einstellung zu diesem Thema wird sehr deutlich und ist durchweg weiterhin sehr kritisch und skeptisch ihm gegenüber. Zunächst versucht sie auch den Kontakt so gering wie möglich zu halten. Gote ist aber eben auch nicht "nur Nazi". Er ist Nachbar, Vater, Schreiner, Ex-Mann, Freund, Gärtner, Patient und trägt ebenso wie jeder Mensch viele Facetten in sich. 

"Man kann Informationen drehen und wenden. Die Wahrheit bleibt dieselbe. Die Wahrheit lautet, dass es völlig egal ist, ob Dora geht oder bleibt. Weil Nazis nicht aufhören zu existieren, nur weil man nicht mehr neben ihnen wohnt." Seite 235

Auch der Klimawandel, bzw. Klimaaktivisten oder warum in Doras neue Heimat so viele die AfD wählen sind gesellschaftliche und aktuelle Themen die aufgegriffen werden.

Sprachlich und auch inhaltlich hat mich "Über Menschen" von der ersten Seite an überzeugt und macht Lust auf weitere Romane der Autorin.